Stinkewarten – Kritik eines FedCon Neulings

Nach insgesamt 2 RaRs, 2 SBs und einem Earthshaker (die diversen Messen habe ich mal weggelassen) habe ich nun einige Großveranstaltungen besucht, die seit mehreren Jahren existieren und um einiges mehr an Manschen handeln müssen wie die FedCon in Bonn. Daher kann ich einige der teils gravierenden Fehler hier nicht verstehen.

Fangen wir bei der Parkplatzsituation an. Ich ging davon aus, dass es an einem so großen Hotel und einer solch großen Veranstaltungen zumindest annährernd genügend Parkplätze gäbe. Auf dem Hinweg, fiel mir dann auf dem Flyer auf, dass man darum bittet nicht mit dem Auto anzureisen. Nun, dafür war es jetzt zu spät. Dort angekommen hatten wir am ersten Tag Glück und ergatterten einen Parkplatz 50m vom Eingang entfernt, während viele Autos die Grünflächen zu parkten und sich teilweise so abenteuerlich hinstellten, dass einige Leute sicher gar nicht mehr weggekommen sind. Samstags stellten wir uns auch auf einen Platz der sich wohl am Rande der Legalität befand, nach einem kurzen und netten Gespräch mit einem der Ordnungshüter wies dieser uns einen Platz im absoluten Halteverbot zu, auf dem das Auto niemanden stören würde. Und tatsächlich, das Auto war noch da und hatte keinen Strafzettel so wie der Rest. Mein nächster Kritikpunkt ist die nicht vorhandene Beschilderung. Sicherlich wissen die regelmäßigen Besucher wo sie für was hinmüssen, die Erstbesucher jedoch nicht. Also mussten wir uns erstmal sehr lange orientieren, und selbst danach war es problematisch. So standen wir zur ersten Autogrammstunde am falschen Eingang des Saales, da nirgendwo eine Beschilderung hing. Bei der Fotosession standen wir nach mehreren Rückfragen in der falschen Schlange, was den Eindruck vermittelte, dass selbst die Staff-Leute oft nicht wussten was passierte. Die Zeitpunkte der inoffiziellen Autogrammstunden waren nirgendwo richtig ersichtlich, so fand man sich in einem ziemlichen Zeitchaos wieder. Einer meiner negativ-Höhepunkten war jedoch das Anstehen am Seiteneingang der Autogrammstunde. Wir gehörten zu den ersten 10 Leuten die dort anstanden, dies auch nur mit freundlicher Genehmigung der Info und eines netten tätowierten Herren, da wir Sonntag nicht mehr zur Con gingen. Was passiert wenn man 1,5h auf engstem Raume mit mehreren hundert Leuten steht, und das ohne Frischluft muss ich keinem erzählen. Mein Ruf nach kurzem Öffnen der Tür wurde leider ignoriert, so wartete man weiter in einer stehenden Luft aus Schweißgeruch, Hitze, Blähungen und anderen menschlichen Ausdünstungen. Dass hier niemand zusammengerbochen ist, ist ein wahres Wunder. Einziger Vorteil: Man hatte sich das Autogramm wirklich verdient. Und dass die rundliche Frau mit der großen Brille und den zerzausten Harren alle 10 Minuten kreischend durch die Menge ging, hätte man mit ein paar Schildern auch verhindern können. Es ist zwar respektabel, dass die Dame trotzdem noch lächeln konnte, aber ich bin mir sicher, dass sie Sonntag kaum mehr reden konnte.

Nun zur Technik: Sicherlich ist das auch kein leichter Job, aber so viele Probleme sind einfach unprofessionell. Hier hängt mal ein Video, da geht mal ein Mikro nicht, der Sound stockt. Das sind alles Dinge, die bei einer kleinen Veranstaltung mit Laientechnikern passieren können, aber nicht bei einem Event bei dem schon der Fußvolkbesucher 100,– € für eine Karte bezahlt. Bei dem Kostümwettbewerb hat man die Hälfte nicht verstanden, da hätte man einfach ein Mikro hinstellen können und den Leuten sagen sollen, sie sollen da reinsprechen. Sicherlich muss auch bei der FedCon gespart werden, aber nicht an solchen Stellen. Lieber einen Gaststar weniger und mehr Geld für bessere Techniker ausgeben als die Shows und Präsentationen mit solchen Patzern zu verunstalten.

Und zu guter Letzt, die Preise. Ich weiß nicht wie das Event die letzten Jahre gelaufen ist, aber ehrlich gesagt grenzt das schon an übelste Abzocke. 100,– € für eine normale Wochenendkarte, und dann noch ca. 20 € für ein Autogramm und 40,– €(!) für eine Fotosession zu zweit. Ich meine, dass Star Trek Merchandising Artikel eine Goldgrube sind, ist klar. Aber dass sich die Preise von damals (mein letzter Kauf eines Artikels liegt ca. 10 Jahre zurück) noch so in die Höhe entwickelt haben, ist eigentlich ein Verbrechen. Ich habe für zwei Kommunikatoren und 2 Sets Rankpins 64,– € bezahlt (ging leider nicht anders, da ich die für die Hochzeit brauche), und das waren nicht mal die teuersten. Hier ein paar Preise zum Vergleich: RaR Karte 125,– € (auch schon sehr viel), darin enthalten: Camping, Parken, 3 Bühnen an drei Tagen und über 70 Bands. Summer Breeze Karte 42,– € + ca. 20,–€ für Parken und Camping: 2 Bühnen an drei Tagen und über 40 Bands. Hier gibt es auch jeweils Autogrammsessions, allerdings kostenlos. Und die Dinger sind hochgradig professionell organisiert, und es gibt keine Technikpatzer.

Zumindest waren die Getränke- und Essenspreise in Ordnung, somit musste man wenigstens keine eigenen Getränke mitreinnehmen, die einem dann den ganzen Tag nerven.

Aber dies sind alles Dinge bei denen ich fragen muss, wie nach so vielen Veranstaltungen dieser Art solche Mißstände noch existieren können. Sicherlich werden wir mal wieder dahinkommen, jedoch dann, wenn möglich nur einen Tag und mit bequemeren Socken und einem Klappstuhl.

3 Responses to “Stinkewarten – Kritik eines FedCon Neulings”


  • Äh, ja. Mitte September

  • Hallo zusammen,
    an dieser Stelle möchte ich als “Insider” bzgl. Deiner Kritikpunkte ein paar Dinge anmerken.
    Von außen sieht alles immer so einfach aus und vermeindliche “Fehler” sind immer so einfach zu lösen.

    1. Die Parkplatzsituation: Wie Du schon selbst angemerkt hast, wurde im Programm/Flyer darauf hingewiesen. Und, wie Du auch schon selbst geschrieben hast, wurde sehr großzügig mit “illegal” Parkenden umgegangen. Es ist schwierig, einen passenden Ort für so eine Veranstaltung zu finden. Dass alles nicht immer 100%ig ausfallen kann, ist eine Tatsache.
    2. Beschilderung: Glaube mir, Schilder gab es genug. Nur leider stellen wir immer wieder fest, dass Informationen, den Ablauf betreffend, in dem Meer an Werbung und bunten Bildern untergehen. Auch die Durchsagen des Hotels, die immer wieder auf die anstehenden Events hinweisen, werden einfach überhört. – So ist das eben. Es bleibt nur die lautstarke Ankündigung, denn Plakate werden von den Besuchern nicht beachtet.
    3. Technik: Es ist sehr schwer, Leuten, die keine Bühnenerfahrung und keine Mikrophonerfahrung haben, davon zu überzeugen, dass sie in ein Mikro reinsprechen müssen. Sie tun es einfach nicht, egal wie oft es hinter der Bühne gesagt wurde!
    4. Preise: Die Gäste geben die Preise für Autogramme vor, nicht der Veranstalter. Und hast Du Dir mal überlegt, was es kostet, die Gäste hier her zu holen? Der Flug, das Hotel, die Verpflegung, die Abholung, Personenschutz etc. Das alles will bezahlt werden. Schau Dir mal die Preise, die heute dafür verlangt werden an. Und die Personalkosten sind da noch nicht drin.

    Sicherlich scheint der Preis hoch – auf den ersten Blick.
    Ich möchte Dich aber bitten, noch mal über Deine Aussagen mit ein wenig Abstand nachzudenken. Und dabei habe noch nicht den unberechenbaren Faktor “Mensch” mit einbezogen. So eine Con ist mit Konzerten nicht zu vergleichen – und die Gäste sind es schon lange nicht.

    Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick geben und hoffe, dass Du diese Veranstaltung aus einem anderen Blickwinkel betrachten kannst.

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