Zeiten ändern sich

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere flammt immer wieder ein Tag in der Woche auf. Nämlich der, an dem mich meine Mutter in den Toom zum Einkaufen mitgenommen hat. Wie man sich heute nur schwer vorstellen kann, war ich kein einfaches Kind *hust*. Immer habe ich meine arme Mutter genervt dass ich was Süßes will. Aber wenn man mal ehrlich ist, wer nicht? Während man die Süßwarenabteilung als Elternteil noch gut umgehen konnte, kam es doch immer an der Kasse zu Quängeleien. Hier warteten Kinderreigel, Hanuta und andere Leckereien auf das Kleinkind. Und meist waren die Eltern nach einer knappen Stunde einkaufen so genervt, dass sie des guten Friedens Willen nachgaben um wenigstens beim Verstauen der Ware im Auto Ruhe zu haben.

Dieser brilliante Vertriebstrick hat jahrelang gut funktioniert, bis der Punkt erreicht war an dem sich die Eltern die riesigen Supermärkte nicht mehr nur nach dem Preis aussuchten. MmK-Parkplätze (Mutter mit Kind) wurden in, genauso wie die “Süßigkeitenfreie Kasse”. Mit dem Slogan “Stressfrei Einkaufen” warben die Verbrauchermärkte, natürlich wieder um die größte Zielgruppe: Frauen zu erreichen.

Dies hat nun ein Ende. Heute war ich im Edeka “Wildeshausen” um mir einen Snack für den Hotelabend zu besorgen. Als ich auf die Kasse zuschritt dachte ich mir “Jetzt nehm ich mir noch nen Kinderriegel für den Weg mit”. Vielleicht ist das ja auch das unterbewusste Kleinkind in mir.

Als ich jedoch an der Kasse angelangt war, blitzte mich etwas anderes von der Seite an, was meine Aufmerksamkeit normalerweise so gar nicht erregt: Maskara. Hatte doch der Edeka tatsächlich seine Make Up-Abteilung an die Kasse verlegt. Und wenn man darüber nachdenkt ist es geradezu genial: Das Balk hält den Mund, und die Mama kann sich nach dem schweren Einkaufskampf noch etwas gönnen.

So ändern sich die Zeiten also. Lippenstift statt Hanuta, Puder statt Kinder Country…..

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