Perspektiven

Viele Menschen haben mittlerweile von Malala gehört, oder „ dem Mädchen, dass sich für Bildung stark gemacht hat und von der Taliban angeschossen wurde“, wie sie sich in ihrem Buch „I am Malala“ auch nennt.
Ich weiß nicht mehr, wann ich zum ersten Mal von ihr gehört habe. Erinnern kann ich mich dafür gut an ein Interview in der „Daily Show“ mit John Stewart, das meinen Mann und mich so sehr beeindruckt hat, dass wir uns das Buch aus Versehen gegenseitig geschenkt haben.

Jetzt bin ich endlich dazu gekommen, es zu lesen, und es hat meinen Respekt vor der jungen Frau nur vertieft. In ihrem Buch beschreibt sie einige Dinge, die mich überraschten. Dinge, die ich teilweise sogar wusste, aber noch nie aus diesem Blickwinkel gesehen habe.
Natürlich ist ihr Mut und ihre Entschlossenheit bewundernswert, aber es waren nicht einmal ihr Kampf für Bildung und die Beschreibung der Lebenssituation von Frauen in Pakistan, die mich am meisten berührt haben.  Es waren auch nicht die Erzählungen über Propaganda und Bedrohungen der Taliban, bei denen ich mir immer wieder in Erinnerung rufen musste, dass es sich hier um Dinge handelt, die geschehen sind und immer noch geschehen.
Was mir zu Herzen gegangen ist, war die Beschreibung des normalen Lebens. Es sind herzliche Geschichten von Geselligkeit, Freundschaft, kleinen Streitereien. Malala beschreibt die Gastfreundschaft in ihrer Familie. Immer wenn sie von der Schule nach Hause kam, waren Menschen im Haus, so dass sie sich oft ein bisschen Ruhe zum Lernen wünschte. Und doch war sie glücklich, ihr Heim und ihre Nahrung zu teilen.

Später erzählt Malala über ihre Zeit in Birmingham. Bevor ich das Buch gelesen habe dachte ich mir, wie viel Glück sie hatte, ins „zivilisierte“ England zu kommen und dort den Rest ihrer Jugend verbringen zu können. Ich dachte an all die Dinge, die dort, ebenso wie hier, verfügbar sind und ohne die keiner von uns leben möchte. Moderne Toiletten und Bäder, Fernsehen und andere Technik überall verfügbar, mehr oder weniger saubere Straßen und öffentliche Verkehrsmittel, Bücher soviel wir wollen… Und ich stellte mir vor, wie begeistert sie von all diesen Dingen sein musste, wo sie doch zu Hause in Swat, der Region in der sie lebte, oft nicht einmal fernsehen konnte, obwohl sie es sehr genoss.
Doch während ich las bemerkte ich, dass sie sich zwar freute, wenn der Fernseher funktionierte und ihr jemand eine DVD mitbrachte, dass sie aber viele andere Qualitäten des Lebens in vollen Zügen genoss, die uns hier oft abhanden kommen. Sie beschreibt die wunderschöne Landschaft. Sie erzählt von ihren Freunden und den Spielen, die sie mit den Nachbarn auf den Dächern und den Straßen gespielt hat. Sie erzählt von den Früchten aus dem eigenen Garten, die sie je nach Jahreszeit genießen konnten. In jedem ihrer Beschreibungen schwingt unglaublich viel Verbundenheit mit. Als sie dann von Birmingham erzählt, geht es um die leere in der Wohnung und um die Einsamkeit ihrer Familie. Anstatt mit vielen Familienmitgliedern zusammen zu sein und mit den Nachbarn zu spielen sitzt sie nun in ihrem Zimmer und macht Kreuzworträtsel.

Nach Hause kommen, den Stress des Tages zurücklassen, seine Ruhe haben – das sind Dinge, die viele von uns genießen. Wenn man Malalas Worte dazu liest, glaubt man plötzlich nicht mehr daran, dass es ein Glück für sie war, in England zu landen. Man beginnt zu hoffen, dass sich ihr Wunsch nach einem schönen Leben in ihrer Heimat in Pakistan bald erfüllt, dort, wo sie sich wohl fühlt und wo sie ihre Freunde hat. All die anderen Dinge scheinen nicht mehr so wichtig.
Und so wie es immer ist, beginnt man über seine eigene Situation nachzudenken.

Obwohl es auch hier geselligere und weniger gesellige Menschen gibt, leben wir doch alle viel isolierter, als es Malala beschreibt. Wir genießen es, auch mal Zeit für uns zu haben, und selbst wenn immer etwas los ist, meistens ist es doch nur die eigene kleine Familie, die uns in Atem hält.
Ich sage nicht, dass es etwas Negatives ist. Es liegt viel daran, was man gewöhnt ist.
Wir haben gerne Freunde und Familie in unserem Haus. Aber wir sind letztendlich auch froh, wenn wir Zeit alleine oder zu zweit genießen können.
Vielleicht verlieren wir dadurch ein wenig die Fähigkeit, uns in andere hineinzuversetzen. Besonders in andere Menschen, mit denen wir nicht gerade sehr eng verbunden sind. Vielleicht konzentrieren wir uns auch einfach mehr auf die Menschen, die uns sehr nahe stehen.
Ich denke, letztendlich ist es alles eine Frage der Perspektive. Ich möchte auf meine Mischung aus Geselligkeit und Ruhe nicht verzichten, aber ich kann auch nachvollziehen, wie diese Lebensweise für andere Menschen kühl und einsam wirkt.
Bleibt nur zu hoffen, dass jeder die Möglichkeit bekommt, sein Leben so zu verbringen, wie er es sich wünscht.

An allem war der Maulwurf schuld

Für Werner

Carsten öffnete langsam ein Auge. Das erste, was ihm auffiel, war das Sonnenlicht, das durch das Fenster auf sein Bett fiel. Es genügte, um ihn enthusiastisch aufspringen zu lassen, anstatt sich noch einmal umzudrehen und weiter zu schlafen.
Es war Sonntag, und er wollte den ganzem Tag der Tätigkeit widmen, die er am meisten liebte: Gartenarbeit.
Angesichts der Tatsache, dass er Landschaftsgärtner war und die ganze Woche nichts anderes tat, war es erstaunlich, dass er an schönen Wochenenden nichts lieber tat als sich in seinem eigenen Garten auszutoben und seine kreativen Ideen auszuprobieren. Er selbst sah dies als ein Zeichen, dass er sich tatsächlich den richtigen Job ausgesucht hatte. In letzter Zeit hatte die Begeisterung an der Arbeit allerdings nachgelassen, richtige Freude empfand er nur noch, wenn er auf seinem eigenen Stück Land werkelte und nicht durch die Vorstellungen der Kunden in seiner Kreativität eingeschränkt war.
Mit dem Frühstück hielt Carsten sich nicht lange auf. Er schlang nur schnell ein Toast herunter und kippte eine Tasse Kaffee hinterher, und schon war er aus dem Haus. Vor der Tür blieb er einen Moment lang stehen und ließ seinen Blick über den Garten schweifen. Er hatte ihn in mehrere kleinere Abschnitte aufgeteilt, die jeweils unterschiedliche Facetten beinhalteten. Wenn er mit einem Abschnitt fertig war, ging er zum nächsten über, und jedes Mal probierte er etwas anderes aus. In dem Teil, den er in der vergangenen Woche beendet hatte, sprudelte vergnügt Wasser aus mehreren Brunnen, und die Sonnenstrahlen vereinten sich perfekt mit den Wellen, um ein glitzerndes Muster zu zeichnen. Carsten erfreute sich nur kurz an dem Anblick. An diesem Stück gab es vorerst nichts mehr zu tun, jetzt galt es, ein neues Projekt zu beginnen.

Er machte sich auf den Weg zum nächsten Abschnitt. In der Mitte des Gartens stand ein Geräteschuppen, den er als erstes aufschloss. Noch wusste er nicht genau, was er benötigen würde. Er wollte sich zuerst inspirieren lassen, bevor er sich für einen neuen Stil entschied. Also schlenderte er auf ein Stück Wiese zu, das er früher schon einmal bearbeitet hatte. Damals hatte er eine Graslandschaft mit verschiedenen Wildblüten angelegt, die mittlerweile jedoch für seinen Geschmack zu chaotisch durcheinander wucherten. Das Gras hatte außerdem eine Höhe erreicht, die ihm beinahe peinlich war. Wie hatte er dieses Stück so lange unbeachtet lassen können?
Also beschloss Carsten, erst ein wenig Ordnung zu schaffen, bevor er sich entschied, wie es weitergehen sollte. Aus dem Schuppen, der immer ordentlich aufgeräumt war, holte einer eine Sense und machte sich an die Arbeit. Bei seinen Kunden arbeitete er natürlich mit einer Motorsense, doch da er in seinem Garten nur an Sonntagen arbeiten konnte, war das keine Option. Hier erledigte er alles auf die altmodische Art. Während er die Sense schwang, stieß er mit seinem Fuß an eine Unebenheit. Er runzelte die Stirn, hielt aber nicht an. Einige Schritte weiter passierte es schon wieder, doch er ließ sich immer noch nicht beirren. Kurze Zeit später räumte er die Sense zurück in den Schuppen und begann, das gemähte Gras weg zu rechen. Dabei achtete er genau auf den Boden, und es dauerte nicht lange, bis er den Grund seiner Irritation fand. Ein Maulwurfshügel ragte aus den Grasstoppeln heraus. Ärgerlich trat Carsten darauf und ebnete ihn so gut es ging mit dem Fuß ein. Dann rechte er weiter, doch er bemerkte eine leichte Spannung, die sich in seinem Inneren aufgebaut hatte, und die Aufgabe war nicht mehr ganz so zufriedenstellend wie vorher. Maulwürfe hatten schon immer zu seinen größten Feinden gehört. Sie zerstörten seine Kreationen, ohne dass er viel dagegen hätte tun können. Alle Methoden, die er bisher ausprobiert hatte, funktionierten nur bedingt, und glücklicherweise hatte er dieses Problem nur bei Kunden gehabt, niemals aber in seinem eigenen Garten. Und nun hatten es die Eindringlinge auch in sein kleines Reich geschafft.

Seine Anspannung wurde immer größer, als er einen Maulwurfshügel nach dem anderen entdeckte. Sieben Stück fand er auf dem doch relativ kleinen Stück Erde. Während er den letzten davon platt trat kam ihm ein schrecklicher Gedanke. Er ließ den Rechen fallen und stürmte zu dem angrenzenden Abschnitt, einem recht neu angelegten Sommerblumen-Beet, durch das sich zierliche Wege aus hellen Kieselsteinen schlängelten. Seine schlimmsten Befürchtungen wurden bestätigt. Auch hier war der Boden übersäht mit kleinen Erdhügeln.
Der wunderschöne Sonntag war ruiniert. Jetzt konnte er sich nicht auf ein neues Projekt kümmern, stattdessen musste er sich Möglichkeiten überlegen, mit den lästigen Biestern fertig zu werden. Zunächst holte er fünf Maulwurfschrecken aus dem Schuppen, die er für Kunden auf Lager hatte. Er hielt eigentlich nicht viel von diesen elektronischen Geräten, zumal sie neben ihrer begrenzten Nützlichkeit die Ästhetik des Landschaftsbildes zerstörten. Doch gerade war ihm alles recht. Er positionierte sie in optimalem Abstand zueinander im ganzen Garten. Dann ging er ins Haus. Im Bad fand er eine Flasche mit altem Rasierwasser. Auch diesen Trick hatte er schon einmal angewandt. Damals hatte es kurzzeitig geholfen. Er überlegte kurz und sammelte noch ein paar Mottenkugeln ein. So bewaffnet kehrte er in den Garten zurück und verteilte das Rasierwasser und die Mottenkugeln gleichmäßig über die gesamte Fläche. Es gab noch einige andere Haushaltstricks, die ihm einfielen, doch er beschloss, nicht sein ganzes Pulver sofort zu verschießen.
Es war noch früh am Tag, aber ihm war die Lust an seinem Garten vergangen. Verdrießlich schlurfte er ins Haus, ließ sich auf das Sofa fallen und starrte den Fernseher an, ohne viel von dem ohnehin nicht sehr spannenden Programm mitzubekommen.

Am nächsten Tag schaute er schnell im Garten vorbei, bevor er zur Arbeit fuhr. Zu seinem Entsetzen fand er zwei neue Maulwurfshügel. Auf dem Weg zur Arbeit dachte er darüber nach, wie er weiter vorgehen sollte. Er war so in seine Überlegungen versunken, dass er fast die Einfahrt des Einfamilienhauses verpasst hätte, dessen Vorgarten er von einer traurigen Stoppelwiese in eine elegante Landschaft verwandeln sollte. Gerade noch rechtzeitig trat er hart auf die Bremse und kam schlitternd vor dem Haus zum Stehen. Noch während er die Wagentür öffnete wusste er, dass es Ärger geben würde. Joachim Weber, der Besitzer des Hauses, kam bereits mit hochrotem Kopf herausgestürmt.
„Was fällt Ihnen ein? Sie machen noch die Steine kaputt!“ Er starrte Carsten wütend an, warf dann einen schnellen Blick auf die Uhr und fügte hinzu, „Und zu spät sind Sie auch!“
Carsten musste die Uhrzeit nicht überprüfen um zu wissen, dass er höchstens eine Minute zu spät gekommen war. Doch er hatte schon zu Beginn seiner Arbeit bei Joachim Weber gelernt, dass es einfacher war, sich unablässig zu entschuldigen, anstatt eine Diskussion zu riskieren. „Es tut mir Leid, wird nicht wieder vorkommen“, sagte er deshalb, und wandte sich seinem kleinen Bus zu, um den Spaten zu holen.
„Einen Moment noch“, sagte Joachim Weber, zumindest für den Moment etwas besänftigt. „Kommen Sie kurz mit ins Haus, ich möchte das Design noch einmal mit Ihnen durchgehen.“
Carsten unterdrückte mühsam ein Stöhnen. Er hatte die Pläne für den Vorgarten nun schon fünf Mal in zwei Wochen geändert. Beim letzten Mal hatte er versucht, seinem Arbeitgeber vorsichtig beizubringen, dass er sich nun entscheiden musste, da er mit der grundlegenden Arbeit fertig war und jetzt mit den Details anfangen würde. Das war vor drei Tagen gewesen. In dieser Zeit  hatte er mit einem filigranen Steinweg begonnen, Büsche gepflanzt und Beete angelegt. Viel Raum für Planänderungen war da nicht mehr. Trotzdem folgte er Weber wortlos ins Haus und versuchte sich einzureden, dass er vielleicht nur kleine Änderungswünsche hatte, die den größeren Plan nicht beeinflussen würden.
Weber führte ihn wie immer in ein kleines Nebenzimmer, das nur mit einem Tisch und ein paar Stühlen ausgestattet war. Das restliche Haus hatte Carsten nie zu Gesicht bekommen, doch selbst dieser spartanisch eingerichtete Raum ließ den Reichtum der Familie Weber erahnen.
Weber deutete auf einen der Stühle und setzte sich ebenfalls. Pflichtbewusst breitete Carsten die Pläne des Vorgartens auf dem Tisch aus.
Die nächste Viertelstunde verlief schlimmer als er es sich hätte vorstellen können. Weber krempelte gerade die Dinge wieder um, die Carsten schon erledigt hatte, und als er ihn darauf hinwies, dass er in diesem Fall länger brauchen und es entsprechend auch kostspieliger werden würde, schüttelte der nur den Kopf und sagte, „Sie haben mir zugesagt, dass Sie rechtzeitig zu meiner großen Party fertig sein werden.“
Carsten spürte nun seinerseits Wut hochkochen. Mit mühsam beherrschter Stimme sagte er, „Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass sich die Pläne noch mehrfach ändern würden, schon gar nicht nach Beginn der Arbeiten. Ich habe Ihnen bei der letzten Besprechung gesagt, dass Sie jetzt nichts mehr ändern können!“
Ein leichtes, verächtliches Lächeln umspielte Webers Lippen. „Lassen Sie sich was einfallen.“ Damit stand er auf, für Carsten das Zeichen, sich an die Arbeit zu machen. Für eine Sekunde dachte er darüber nach, ob er weiter streiten sollte, doch dann zuckte er mit den Schultern und ging nach draußen.

Während er damit begann, den Weg, dessen Steine er in den letzten Tagen liebevoll gelegt hatte, wieder zu zerstören, wanderten seine Gedanken wieder zu dem Maulwurfproblem. Ein Gedanke begann, sich in seinem Gehirn festzusetzen. Natürlich wusste er, dass Maulwürfe unter Naturschutz standen. Aber niemand würde es merken, wenn er die Mistviecher in seinem Garten ausrottete.
Die Idee reifte den ganzen Tag lang. Es erleichterte ihm die Arbeit zu wissen, dass er zumindest zu Hause bald wieder Herr der Lage sein würde, und er ertrug es klaglos, als Joachim Weber am Nachmittag eine halbe Stunde damit verbrachte neben ihm zu stehen und jede Bewegung, die er machte, zu kritisieren.
Zu Hause rannte er fast in den Schuppen. Ganz hinten in einer Ecke, versteckt unter ein paar leeren Blumenkübeln, fand er seinen Vorrat an Rattengift. Obwohl es schon dunkel wurde, bewaffnete er sich mit seinem Spaten und machte sich daran, das Gift in den Maulwurfshügeln zu vergraben. Erschöpft von einem Tag harter Arbeit, aber zufrieden mit sich und der Welt, ging er ins Bett.

Seine gute Laune hielt den ganzen nächsten Morgen an. Es waren keine weiteren Hügel dazu gekommen, und Joachim Weber war nicht zu Hause, so dass Carsten ungestört arbeiten konnte. Er war so glücklich, dass er in der Mittagspause beschloss, seine mitgebrachten Brote zu ignorieren und sich stattdessen einen Döner zu genehmigen. Vielleicht war das der erste Fehler des Tages. Als er gesättigt zurückkam, sah er schon von weitem Webers Auto in der Einfahrt stehen. Noch bevor sein Gehirn die Tatsache verarbeitet hatte, kam ihm Weber persönlich entgegen.
Ohne darüber nachzudenken sage Carsten, „Ich dachte, Sie wollten heute erst gegen Abend zurück sein.“
Weber zog seine Augenbrauen hoch. „Ich hatte mein Insulin vergessen. Aber es ist doch gut zu wissen, wie Ihre Arbeitsmoral auf meine Abwesenheit reagiert.“
Carsten musste zugeben, dass er ihm die Vorlage für diese Bemerkung geliefert hatte. Er ließ die folgende Standpauke mit verbissener Miene über sich ergehen und war erleichtert, als Weber sich wieder auf den Weg machte. Die Freude vom Vormittag war jedoch endgültig verflogen und er dachte missmutig darüber nach, wie einfacher sein Leben wäre, wenn es Arbeitgeber wie diesen nicht geben würde. Dann fiel ihm ein, wie einfach es gewesen war, sein Maulwurfproblem zu lösen. Alles, was er dafür gebraucht hatte, war die Bereitschaft, unschöne Dinge zu tun.
Von da aus war es kein weiter Sprung mehr zu der Lösung seines derzeitigen Problems. Natürlich konnte er kein Rattengift verwenden. Er hatte einige Krimis gelesen, bei denen die Opfer mit Gift umgebracht wurden, doch er konnte sich nicht genau erinnern, welche Gifte die Mörder verwendet hatten. Außerdem waren alle am Ende gefasst worden, und das war schließlich nicht sein Plan. Zu Hause setzte er sich an den Computer und begann zu recherchieren. Nach kurzer Zeit sah er bereits ein, dass sein Vorhaben nicht so einfach war, wie er es sich vorgestellt hatte. Die Gifte waren entweder noch nach langer Zeit nachweisbar, oder sie hatten einen bitteren Geschmack, der die orale Aufnahme ausschloss. Carsten hatte keine Ahnung, wie er Weber unbemerkt etwas in ein Getränk mischen sollte, zumal er ihn nicht einmal in den bewohnten Teil des Hauses ließ, aber es war trotzdem die Methode, die ihm als erstes einfiel.
Er vertiefte sich so sehr in das Thema, dass es nach Mitternacht war, als er das nächste Mal auf die Uhr sah. Trotzdem hatte er bisher kein Gift gefunden, das für seine Zwecke geeignet schien. Nachdenklich legte er sich ins Bett, und starrte an die Decke. Es musste doch einen Weg geben, Weber unauffällig zu beseitigen. Gerade als seine Augen endlich zufallen wollten, kam ihm ein Gedanke. Weber war Diabetiker – er hatte am Mittag das Insulin erwähnt. Wenn Carsten es schaffen konnte, ihm eine Insulinüberdosis zu verabreichen, könnte es wie ein Unfall oder auch ein Selbstmord aussehen. Mit einem Schlag war er wieder hellwach.

Er legte einen Stein an den nächsten, klopfte ihn fest, und warf einen Blick auf das Haus. Weber war vor einer Stunde nach Hause gekommen und hatte ihm wieder einmal einen Vortrag über seine verschiedenen Unzulänglichkeiten gehalten, doch zum ersten Mal hatte es Carsten nicht gestört. Früher am Tag hatte er sich das Haus genau angesehen und hatte ein Fenster im Erdgeschoss gefunden, das nicht richtig geschlossen war.
Es war Zeit, den Plan umzusetzen. Weber war nach den Lichtern zu schließen im ersten Stock, eine bessere Gelegenheit würde Carsten nicht bekommen. Er ließ alles stehen und liegen, sah sich verstohlen um und rannte dann geduckt zum Haus.
Er drückte das Fenster auf und kletterte in den kleinen Raum dahinter. Es war eine Gästetoilette, was ihm sogar beim Einsteigen half, da er vom Fenstersims auf den Toilettendeckel steigen konnte. Er bekam einen kurzen Schreck als er die Tür öffnen wollte und sie sich nicht sofort bewegte, doch glücklicherweise klemmte sie nur ein wenig. Er schlich durch einen Flur zu der nächsten Tür. Der Raum dahinter war offensichtlich die Küche. Er tastete sich weiter vor, bis er zum Wohnzimmer kam. Dort sah er auf dem Couchtisch eine kleine, schwarze Ledertasche liegen. Daneben entdeckte er einen Insulinpen. Weber musste sich vor kurzem Insulin gespritzt und ihn dann achtlos weggelegt haben. Carsten huschte zum Tisch und fand in der Tasche Ampullen zum Auswechseln. Aus seiner Jackentasche zog er eine Spritze hervor, die er mit dem Inhalt von mehreren Ampullen füllte. Er musste schließlich sicherstellen, dass er Weber genug injizieren konnte.
Gerade als er fertig war, hörte er Weber die Treppe hinuntergehen. Er legte schnell alles auf den Tisch zurück und positionierte sich mit der Nadel hinter der Tür zum Flur. Die Schritte kamen näher. Carsten machte sich bereit zum Stoß, doch Weber ging nicht ins Wohnzimmer, sondern in die Küche. Noch kurz vor seinem Tod schaffte er es, Carsten auf die Nerven zu gehen. Es dauerte etwa zehn Minuten, bis die Geräusche aus der Küche verstummten. Carsten strengte sich an, um jeden Laut aus dem Flur zu hören. Als er plötzlich eine Stimme von der anderen Seite des Raums hörte, zuckte er heftig zusammen.
„Was zur Hölle machen Sie hier drin?“
Weber stand etwa drei Meter von ihm entfernt vor einer weiteren Tür, die Carsten vorher nicht aufgefallen war, da sie von zwei umfangreichen Bücherregalen flankiert wurde. Sein Gesichtsausdruck war eher verwirrt als ärgerlich. Carsten erholte sich schnell von dem Schock. Jetzt musste er schnell handeln. Er war zu weit gekommen, um das Vorhaben jetzt noch abzubrechen. Außerdem konnte er nicht sicher sein, dass Weber die Spritze in seiner Hand nicht bemerkt hatte. Und ganz sicher würden ihm später die leeren Insulinampullen auffallen.
Ohne zu zögern stürzte sich Carsten auf ihn. Weber reagierte im letzten Moment und sprang zur Seite, doch Carsten hatte halb mit so etwas gerechnet und folgte der Bewegung. Die Spritze war Zentimeter von Webers Hals entfernt, als er Carstens Hand zu packen bekam. Er wehrte sich so gut es aus der ungünstigen Position ging, und Carsten sah es schon kommen, dass Weber die Oberhand gewinnen würde. Sein Vorteil war die Überraschung gewesen, doch diesen Bonus hatte er bereits verspielt.
Er erwischte Weber an der Kehle und drückte zu. Kurz schoss ihm der Gedanke durch den Kopf, dass es für die Ermittler nun offensichtlich Mord sein würde. Es spielte keine Rolle mehr. Weber versuchte verzweifelt, sich aus Carstens Griff zu winden. Sein Gesicht wurde rot. Carsten lächelte ihn zufrieden an. „Das wars dann wohl“, stellte er fest. „Kein Gemecker mehr, keine dämlichen Ansprüche. Glaub mir, ohne dich ist die Welt besser dran.“
Plötzlich verspürte er einen Stich in seinem linken Oberarm. Vor Überraschung lockerte er seinen Griff um Webers Hals und sah an sich hinunter. In seinem Arm steckte die Spritze, und sie war leer. Weber hatte ihm das Insulin injiziert. Sein Opfer wollte doch nicht etwa den Spieß umdrehen? Weber nutzte die Zeit, die ihm Carstens Überraschung verschafft hatte, gut. Er riss sich los, griff hinter sich und bekam einen Kerzenleuchter zu fassen, der auf dem Regal stand. Als Carsten den Leuchter auf seinen Kopf zurasen sah, dachte er unwillkürlich an ein Spiel, das er als Kind immer gemocht hatte. Herr Weber, mit dem Leuchter, im Wohnzimmer.

Ferdy in Captivity (Part 5)

Ferdy could see that Nadine was exhausted. He felt exactly the same. They had been searching for Oscar all night, for the fifth night in a row. The group had split up in teams of two, roaming the corridors, looking into rooms, asking caged mice if they had seen anything. But so far, none of them had found Oscar.

„We should get back“, Ferdy said. „Anica and Wulfric were pretty clear that no one should arrive after 5 am.“
Nadine agreed and they started to make their way to their home. Ferdy could hardly keep his eyes open, and the two of them almost sleep walked. When they turned a corner, Ferdy suddenly got the impression that something was wrong. But before he could react to the feeling, a net fell over his head. He squeaked in panic and tried to struggle free.
Five mice appeared. He had never seen them, and they did not look particularly friendly. They each grabbed a part of the net. While they were pulling him away, Ferdy tried to look for Nadine, but he could not even turn around. The strange mice completely ignored his pleas and questions.

After a few minutes they came to an area that Ferdy had never seen before. They arrived in a big space, where more mice were sitting around. Ferdy’s capturers did not stop there, but carried him a little further, into a small dark hole. There they put down the net and secured it tightly. Then they left, without another word or explanation.

Ferdy tried to move. He thought that maybe he could gnaw through the strings holding him down, but after what seemed like many hours he still had not made any progress. Before he could decide to give up, a mouse entered.
He was clearly the leader of the group, and he glared at Ferdy, his whiskers vibrating from anger.

“All right”, he declared. “We don’t have to play any games here. Just tell us where you brought them.”
Ferdy didn’t know what he had expected, but it was certainly not that.
“Where I what?”, he asked.
“Don’t pretend you don’t know what I’m talking about!”
Ferdy shook his head. “I really don’t.”
The mouse sighed. “Well, let me spell it out, then. Where did you and your clan bring our friends?”
That did not really clear up the situation.
“Why should we bring them anywhere?”, Ferdy asked. His confusion must have shown on his face, because the mouse hesitated for a moment.
“I don’t know why you took them, I just know that they are gone”, he said. “Are you saying you really didn’t have anything to do with that?”
“Yes, that’s what I’m saying!”, Ferdy said relieved. “I didn’t even know you guys existed a few hours ago!”
The mouse looked at him critically, turned around and left the room. After a few minutes he came back, together with one of the team that had captured Ferdy.
“Think about it very hard”, he said. “If you lie to us, Jeff will hurt your little friend. We don’t like doing that, but we are desperate.”
Ferdy felt a chill run down his spine. “Please don’t hurt Nadine!”, he pleaded. “I really don’t know anything about your friends.”

The two mice looked at him and at each other. Jeff whispered something and the other mouse nodded.
“Relax”, Jeff said. “We don’t actually have Nadine here. I don’t know where she went, but when we took you she disappeared.”
Ferdy was so relieved he almost started to cry. Jeff started to work on the net that held Ferdy down, and the other mouse stepped forward.
“Sorry about that”, he said. “We had to make sure. I’m Toby, by the way.”

A few minutes later Ferdy sat in the big room with all the other mice. They were a big group and he had not even tried to remember their names. Far more important was what they had to say.
“Mice have been disappearing for weeks now. We searched for them, and some of us found out about your group. We were so sure that you had taken our friends. Of course we could not think of a reason, but honestly, we found no alternative.”
Toby looked around with a sad expression on his face. “We started out with fifteen mice, now already three have gone.”
Ferdy could understand only too well how they were feeling. “We also lost someone. Nadine and I were searching for him when you attacked me.” There was a little bit of an accusation in his voice, but not much. “We saw a human take him, though, so we didn’t have to look for someone to blame.”
“The humans?”, Jeff said. “We never thought of that. But I think they would just bring rogue mice to the quarantine.”
“The what?”, Ferdy asked.
“The quarantine is a place where they bring animals to make sure they don’t have an illness”, Toby explained.
“Do you know where it is?”  Ferdy was excited and hopeful. Maybe they would find Oscar soon.
“Sure”, Jeff said. “It is almost night time anyway. I can show you the way in a few minutes.”
Immediately, three other mice jumped up and went to a corner where some boxes were lying around. They opened them and took out some ropes and rags. It took them some time to prepare, but when they finally left Ferdy felt much better prepared than usual. They had given him one of the ropes, which he had thrown over his shoulder.

They moved in a coordinated fashion, always one of them in the front, to see if the path was clear, the others following when he gave the signal. It took much longer to move around like this, but Ferdy already felt safer.
“Here it is”, Jeff said. Ferdy looked down through a narrow hole and saw a few cages standing around in a dark room. He wanted to jump down, but Jeff held him back.
“Fasten the rope around your waste”, he said, and did the same himself. Then he handed the end of the two ropes to the other mice. “Now they can let us down and pull us back up again.”
Together, they went to the hole and climbed through. Their companions lowered them down onto the first rack gently. Ferdy looked around. “Oscar?”, he whispered.
At first there was no reply. Some of the mice in the cages lifted their heads, but other than that they did not react. “Oscar!”, Ferdy said a little louder.
Then he heard a squeal from the back of the rack. “Ferdy, I’m here!”
They climbed toward the voice and found Oscar in a cage on the bottom. “We’re here to rescue you”, Ferdy said grinning. Jeff and Ferdy lifted the lid of the cage and Oscar climbed out.
“I’m going up to the others”, Jeff said. “Then I can let down a rope for Oscar.”
When Ferdy fastened the rope around his friend, Oscar suddenly went stiff and started shaking.
“What’s wrong?”, Ferdy asked.
Oscar sniffed. “I’m afraid of falling. You know, when tried to climb up that curtain and fell it was really painful and scary.”
“Don’t worry about it. That’s what the rope is for.”
Ferdy had to convince him a few minutes longer, but finally he agreed and the mice pulled both of them up through the hole in the ceiling.

Shortly before 5 am they arrived at home. Anica and Wulfric were there, together with all the other mice. When they saw Ferdy and Oscar, their faces brightened and Sandy shouted, “You found him!”
They all huddled around Ferdy and Oscar in excitement.
“Where were you?”, Lisbeth asked Oscar. “And how did Ferdy get you out?”
“Well, we had a little help”, Ferdy said smiling. Jeff and the other three mice came in hesitantly.
“At first they abducted me, but then it turned out they were just looking for their friends, too, and they told me where to find Oscar.”
Introductions were made. Then Ferdy looked around. “Where is Nadine?”, he asked. Wulfric frowned. “Why are you asking us that? She was with you, remember?”
“But she wasn’t captured by Jeff”, Ferdy said. “We thought she came back here.”
“We haven’t seen her since yesterday”, Marcel pitched in. “We were worried for the both of you, but when you came in just now we thought Nadine might have stayed with the other mice.”
Ferdy looked at Jeff, who had a worried expression on his face.
“Ferdy already told you that we were also looking for our friends. Mice have been disappearing for weeks now. They are not in the quarantine, as Oscar, so we don’t think the humans took them. But we haven’t found a trace anywhere yet.”
“Well, we have to find them”, Anica said. “If your group and ours collaborate, we may have a better chance.”

In the same night, all mice of Toby’s clan came to meet with them.
“We need a map of all the areas that you have already searched, and those we still have to investigate”, Wulfric proposed. “Then we can form search parties again.”
It was decided and work groups were put together. Everyone was given a task and it was decided that at the end of every night, the clans would meet up and discuss their progress.
Ferdy was glad about everything that was done to find their missing friends, but it was hard for him to concentrate. All he could think of was that he should have done a better job, staying together with Nadine, making sure both of them got home safely.  And as if that feeling of guilt had not been enough, for the first time in quite a while he felt a craving for a drink.

Ferdy’s First Family (Part 4)

Ferdy was quite proud of himself. It had been over two months since his last drink, and there were less and less moments in which he experienced a strong craving. There was always a little itch in his paws, driving him to find some alcohol, but usually he could ignore it well by now.
Every time the longing became too much for him to handle alone, he went to one of his friends and told them. They helped him through the bad times by distracting him, and he was grateful for their support.
He still wondered why he liked the alcohol so much more than all the other mice he knew. None of his friends had ever tried it. Most of them had at some point sniffed at the bottles, but they all said that even the smell repulsed them.

One night he called a meeting to discuss the question. They all gathered in the ceiling above the room the humans called “seminar room”. It somehow felt appropriate.
“Thank you all for coming”, Ferdy started and suddenly felt very important and intimidated at the same time. All eyes were on him.
“When you had the intervention for me, I said that I want to find out why I became addicted. I’ve been thinking about that for a while now, and I can’t figure out where to start.”
“Well, do you remember who your parents are?”, Lisbeth asked. “Maybe they know more about your strain.”
Ferdy shook his head. “I was separated from my mum when I was four weeks old, probably like all of you. But my brothers and I were always playing together and not really paying a lot of attention. As soon as we had our own cages, our mum was taken to another room, so when I started to think about her it was too late.”
“You could try to find your brothers and ask them, if they were more observant than you”, Wulfric said.
“I do remember the numbers of my brothers”, Ferdy said excitedly. “We were five, 280 to 285.” He hesitated. “But when I escaped we were all supposed to be operated on or killed, I don’t know. I tried not to think about it too much.” He looked at the floor, suddenly sad for his brothers.
Nina saved the day. “I know where 283 is living.”
Everybody looked at her, making her uncomfortable. But she continued, “You know I like to walk around and look into the rooms. I know where most numbers are located.”
Ferdy felt his heart beat faster. “Can you bring me there?”
Nina nodded.
“I can come, too, if you like”, Sandy added. She and Nina were quite close and they often explored the corridors and rooms together. Ferdy was happy about the company.

Together they made their way to the cage of mouse 283. It was a small room with only few cages. It was also one of these confusing rooms where the light was on during the night. So when they entered through the vent, the inhabitants were all asleep. Nina, Sandy and Ferdy blinked, irritated by the sudden brightness. After a minute they found the cage with number 283.
“Psssst”, Ferdy said and knocked on the wall of the cage. “Wake up!”
It wasn’t easy. 283 obviously had a deep sleep and he only reacted when Ferdy had woken all the other mice in the neighboring cages and they were shouting at 283, too. When he finally opened an eye, he yawned and took his time getting up.
“What is it?”, he asked, annoyed by the interruption.
“Do you remember me?”, Ferdy asked. “I’m 285, your brother.”
283 critically looked at Ferdy. “I thought I was the only one left”, he said. “Why are you out of your cage?”
Ferdy briefly explained what had happened since the day he had escaped. 283 listened, suspicious at first, then more and more fascinated. When Ferdy ended, he was standing on his hindpaws out of excitement.
“This is great!”, he squieked. “Can I join you?”
The question was so obvious that Ferdy had not even thought about it. He would have liked to ask Wulfric and Anica first, before bringing someone new into the family. On the other hand, they had always taken in everyone who had wanted to join. Nina and Sandy were already climbing onto the bars holding the cage, and trying to open the lid, when Ferdy finally said, “Sure, we just have to get you out of there.”
It was one of the lids that were extremely hard to open. They had to pull at the front, while pushing upward, but there was nowhere to stand for leverage, and after a few minutes the three were out of breath. 283 hopped around in the cage, unable to help.
“Listen, I have a question”, Ferdy said panting, when they took a short break. “Do you remember who our parents are?”
“Yeah, sure”, 283 said. “I saw mum again about two months ago, but then they took her away. I don’t know what happened to her.”
“Did she mention something about our strain? If there is any mutation, or something?”
283 wrinkled his nose. “Not that I recall”, he answered. “But I heard that the humans have some kind of a database, where this kind of information is written down.”

It took them half the night, but finally 283 was free. They met up with the family and introduced the newcomer. The first order of business was to find a new name for him. Nadine suggested Oscar, and 283’s new life began.
Next, Ferdy and Oscar told the others about the database.
“Any ideas how we can get the information?”, Ferdy asked.
“We should observe the humans, and see how they use the database. Then we can try to do it ourselves”, Anica proposed.
A taskforce was assembled, consisting of Ferdy, Oscar, Anica, Lisbeth and Claudi. They crawled into a small space above what the humans called “office” and made themselves as comfortable as possible.

The first day was a disappointment. None of the humans used anything that remotely looked like a database, and even though the mice were not entirely sure what to search for, they had observed the humans long enough to have an idea of how this program might look.
Finally, on the afternoon of the second day, Claudi suddenly pointed towards one of the computers.
“Look, this could be it. There are numbers that look like mouse names.”
They spent the next fifteen minutes observing and trying to memorize all steps the human in front of the computer used.
“We have a problem”, Claudi said. “They used a password to get into the program, but I couldn’t see what they typed.”
Suddenly, the human stood up and left the room. The computer was still on, and nobody else was there.
“Let’s do it right now”, Lisbeth said. The mice gave each other a frightened look. They never went down there during daylight, when so many humans were around. But Lisbeth was right. If they ever had a chance, it was now.
One after the other they jumped down on the table. Lisbeth and Claudi went to the keyboard. Oscar said, “Look for a line called “CBQ3-KO”*. That was always written on our cages.”
Oscar, Anica and Ferdy watched excitedly, while Lisbeth and Claudi typed and clicked. They were really good at it and Ferdy wondered if they had done it before or if they were just naturals at this.
“Here it is”, Claudi squeaked. “I think we don’t even need your mum’s number. There is a description of the line.”
The five mice all stared at the screen.
“CBG3, a protein expressed in the brain, especially the ventral tegmental area, is thought to play an important role in the prevention of drug addiction”, Ferdy read out loud. “The CBG3-KO line has a constitutive knockout of this protein and will be used to test the hypothesis, that CBG3 helps to regulate release of the neurotransmitter dopamine, and that without CBG3 the mice will drink significantly more than wildtype mice.”
“That explains it”, Anica said. “The humans wanted to make an experiment with you that involves drug addiction, and that’s why you like alcohol so much.”
“Someone is coming”, Lisbeth warned. “Let’s go, quickly!”
They ran to the window, where a curtain was hanging just low enough for them. They climbed up to the small opening in the ceiling.
“Faster”, Anica shouted, “the human is almost here!”
They heard the door open and raced up the curtain. When Ferdy hopped through the hole and looked back, he saw that Oscar was still only half way up.
“Come on, you can do it”, he squeaked. Oscar struggled visibly. He was not used to the life of a free mouse and his muscles were not strong enough. The human entered the room and sat down at the desk.
“You’re almost there”, Ferdy whispered. “The human won’t notice you, just keep going.”
Oscar was almost at the top, when he slipped. Squeaking loudly, he fell back onto the desk. The human heard the noise and looked up in surprise.
Up in the ceiling, the four mice sat there, watching helplessly while the human put his hand over Oscar and grabbed him tightly. Oscar tried to bite and wiggle out of the grip, but it was hopeless. The human got up and left the room with him.
The mice ran through the ceiling to the corridor, but when they reached the next opening the human was already gone.
“We have to find him”, Ferdy said miserably.
“Don’t worry”, Anica said. “We will go and get the others. Then we can form search parties. They will just put him back in a cage somewhere. You got him out once, we can certainly do it again.”
Ferdy nodded, but he was not really convinced that Oscar would be all right.

*Author’s note: This mouse line is purely fictional, as is the protein CBG3.

Eine zweite Chance

Er starrte sie noch einen Moment ungläubig an, dann umfing ihn für immer die Dunkelheit.

Vanessa speicherte das Dokument und lehnte sich in ihrem Bürostuhl zurück. Es war halb drei Uhr morgens und die Kanne Tee, die sie sich am Abend gekocht hatte, war schon lange leer. Doch jetzt war das Manuskript fertig. Sie hatte es mehrfach überarbeitet und geändert, aber das letzte Kapitel würde sie kein zweites Mal ansehen. Sie wusste, dass es genauso sein musste. Marc hatte sie zwölf Jahre ihres Lebens begleitet, seit sie mit siebzehn Jahren mit dem ersten Buch angefangen hatte. Seither hatte sie sich sehr verändert, und auch Marc hatte einige Veränderungen durchlebt. Dies würde nun sein letztes Abenteuer sein.
Vanessa öffnete ihr Mailprogramm und schrieb eine kurze Nachricht an ihren Editor. Sie wollte ihm das Manuskript sofort schicken und dann in Ruhe ausschlafen. Während sie die Begrüßung tippte fielen ihr fast die Augen zu. Sie atmete tief durch und schrieb weiter.

Es klingelte an der Tür. Verwirrt blickte Vanessa auf. Kein Mensch mit einem Körnchen von Anstand würde um diese Uhrzeit bei ihr klingeln. War etwas passiert?
Sie blickte an sich herunter. In ihrem gemütlichen Schlafanzug wollte sie die Tür nicht öffnen. Schnell warf sie sich zumindest einen Bademantel über, den sie früher am Abend achtlos auf das Sofa geworfen hatte. Vorsichtig spähte sie durch den Spion an der Tür – und wäre beinahe rückwärts umgefallen. Draußen stand Marc, genauso wie sie sich ihn immer vorgestellt hatte. Groß, schlank, mit einem durchtrainierten Körper und kurzem braunen Haar. Sein Gesicht war kantig geschnitten, jedoch keineswegs unattraktiv. Über seine rechte Augenbraue zog sich eine feine Narbe, die er sich im dritten Buch bei einer Verfolgungsjagt zugezogen hatte.
Verwirrt und ein wenig zittrig öffnete Vanessa die Tür. Marc lächelte sie verschmitzt an.
„Hallo Vanessa, schön dich persönlich kennen zu lernen.“
Vanessa öffnete den Mund um etwas zu erwidern, doch ihr fiel nichts auch nur halbwegs Intelligentes ein.
Marc schlängelte sich an ihr vorbei ins Haus und sah sich um.
„Gemütlich hast du es“, stellte er fest. Vom Flur aus hatte er sowohl die Küche als auch das geräumige Wohnzimmer im Blick, beides geschmackvoll eingerichtet. Einen Teil des Wintergartens mit den vielen Blumen konnte er auch sehen. Er schien aufrichtig beeindruckt.
Vanessa fand schließlich ihre Sprache wieder. „Was machst du hier? Und wie bist du her gekommen?“
Es waren nicht die originellsten Fragen, aber immerhin ein Anfang. Marc wurde schlagartig ernst.
„Um ganz ehrlich zu sein“, begann er zögerlich, „ich weiß, was mir am Ende des nächsten Buches zustoßen wird.“
Vanessa nickte. „Tut mir Leid, aber es musste sein.“
„Nun, ich wollte dich bitten das Ende nochmal umzuschreiben. Ich bin noch nicht bereit zum Sterben.“ Er klang nun flehend, und Vanessa konnte ihn verstehen. Wie er da stand, komplett in ihrer Gewalt, tat er ihr sehr Leid. Sie hatten viel zusammen erlebt in all den Jahren, und natürlich war es ihr schwer gefallen ihn sterben zu lassen. Doch sie hatte es aus einem guten Grund getan.
„Ich kenne dich einfach zu gut“, erklärte sie ihm. „Ich weiß zu jedem Zeitpunkt genau, was du als nächstes tun wirst. Und wenn ich es weiß, dann wissen es viele meiner Leser auch. Wo soll denn dann die Spannung herkommen?“
Ein Grinsen breitete sich erneut über Marcs Gesicht aus. „Kein Problem“, sagte er, seine Stimme schon wieder voller Energie. „Ich kann mich ändern. Ich kann einfach etwas komplett Unerwartetes tun, mich ganz anders verhalten als ich es normalerweise machen würde.“
Doch Vanessa schüttelte nur den Kopf. „Das würde mir niemand abkaufen. Charaktere in Büchern sind wie Menschen, und die ändern sich nicht einfach von einem Tag auf den anderen.“
„Dann lass mich dir zeigen, wie die Zukunft ohne mich aussehen würde.“
Vanessa lächelte über seine Hartnäckigkeit und zog ihre linke Augenbraue hoch.
„Und wie stellst du dir das vor?“, fragte sie.

Anstatt zu antworten blickte sich Marc einfach um. Sie standen auf einem Spielplatz, der etwas erhöht auf einem Hügel lag. Der Anblick verschlug Vanessa die Sprache. Zuerst bemerkte sie die pilzförmige Rauchsäule, die in einiger Entfernung zum Himmel stieg. Dann fiel ihr die Trostlosigkeit ihrer gesamten Umgebung auf. Der Spielplatz war verlassen und heruntergekommen. Die Rutsche war auf halber Höhe abgebrochen, das Karussell hing schief und der Sandkasten war verdreckt. Nur die Schaukel schien noch intakt. Sie bewegte sich leise quietschend im Wind, ganz so als ob ein unsichtbares Kind darauf säße und die Beine baumeln ließe.
Panik stieg in Vanessa auf. Dann erinnerte sie sich daran, dass Marc ihr nur eine mögliche Zukunft hatte zeigen wollen. Schärfer als geplant fuhr sie ihn an.
„Was auch immer du da tust, hör auf damit! Die Zukunft würde nie so furchtbar sein, egal ob du am Leben bleibst oder nicht!“
„Wie kannst du das wissen?“, fragte er. „Ich bin der Held der Geschichte. Möglicherweise bin ich der Einzige, der in der Lage ist, eine Verschwörung aufzudecken, die den Frieden zwischen den USA und dem Rest der Welt bedroht.“
„Bring mich zurück nach Hause“, sagte Vanessa, und schon stand sie wieder in ihrem Flur.
„Ich gebe zu, das war vielleicht ein bisschen übertrieben“, sagte Marc leise. Er sah niedergeschlagen zu Boden. Dann schien ihm etwas Neues einzufallen.
„Aber vielleicht entdecken wir ja etwas in meiner Vergangenheit, was mich in einem vollkommen anderem Licht darstellt. Was mich vielleicht selbst überrascht und meinen Charakter daher ändert?“
Es schwang Hoffnung in seiner Stimme mit, die Vanessa wieder versöhnte.
„Also schön, zeig mir was du dir vorstellst.“

Sie standen in einem dunklen Keller. Ein kleiner Junge flitze die Treppe hinunter. Das hatte er schon so oft getan, dass er sich nicht einmal die Mühe machte das Licht anzumachen. Er lief zu einem Kühlschrank, der in einer Nische zwischen Gerümpel stand.
„Mein Vater wollte diese Ecke schon lange mal aufräumen, ist aber nie dazu gekommen“, erklärte Marc. Vanessa blickte schnell zu seinem etwa 5-jährigen Ich, doch der Junge schien nichts gehört zu haben. Er öffnete die Tür zum Kühlschrank, dann wurde er von einem Geräusch abgelenkt, das aus dem angrenzenden Raum kam. Er lief zu der Tür und blickte vorsichtig durch einen kleinen Spalt. Der erwachsene Marc und Vanessa folgten ihm. Sie sahen einen Mann, Marcs Vater, wie er etwas in einen großen Müllbeutel legte und diesen sorgfältig verschnürte. Seine Hände waren mit etwas Dunklem verschmiert und auch der Tisch vor ihm sah schrecklich aus. Vanessa sah, dass in einer Ecke des Kellers Putzsachen bereit standen. Sie blickte wieder auf die Hände von Marcs Vater. Sie hielten gerade das letzte Objekt, das gerade noch auf dem Tisch gelegen hatte. Es sah aus wie ein Bein.
„Ist das… War das eine Leiche?“, flüsterte Vanessa. Marc antwortete ihr in normaler Lautstärke, so dass sie erschrocken zusammenzuckte.
„Ja, eine Frau um genau zu sein. Er hat sie zerstückelt und dann in Plastiksäcken im Wald vergraben. Ich habe es gesehen, doch der Anblick war zu schrecklich für mich und ich habe es all die Jahre verdrängt. Sollte ich mich jetzt daran erinnern, könnte das alle möglichen Auswirkungen auf meinen Charakter haben, oder?“

Ohne dass sie Marc hätte bitten müssen standen sie wieder in ihrem Haus. Sie dachte einige Minuten über die Idee nach. „Du machst keine halben Sachen“, sagte sie dann und grinste schief. „Erst ein Atomkrieg, dann eine zerstückelte Leiche. Aber ich verstehe, worauf du hinaus willst. Es gibt noch viele Dinge, die geschehen und sogar mich überraschen könnten.“
Marc nickte eifrig. „Also lässt du mich am Leben?“, fragte er.

Vanessa schreckte von ihrem Schreibtisch hoch. Draußen ging gerade die Sonne auf. Als sie mit ihrem Ellenbogen an die Maus stieß leuchtete der Bildschirm auf. Sie starrte auf die Mail an ihren Editor, die noch nicht ganz fertig geschrieben war.
Mit einem Doppelklick öffnete sie das angehängte Manuskript und las sich das letzte Kapitel erneut durch. Sie markierte die letzten Sätze, um sie zu löschen und ein neues Ende zu schreiben, das für Marc besser ausgehen würde.
Ihr Finger schwebte über der Entfernen-Taste. Doch dann schloss sie das Dokument wieder, ohne etwas geändert zu haben.
„Es tut mir Leid, Marc“, sagte sie leise. „Du warst sehr überzeugend, aber ich weiß, dass jedes andere Ende falsch wäre.“
Sie schrieb noch ein „Liebe Grüße, Vanessa“ unter die Nachricht und klickte auf Senden.

(c) 2013 Stefanie Uhrig

Ferdy’s First Flight (Part 2)

It was dark, but terribly loud. Ferdy cuddled up deeper in the nest he had built himself from the clothes around him. He was more than a little frightened, but not ready to admit that to himself. He wished he was at least in the same suitcase as Anica and Laurina.

It had all started a few days ago. Wulfric had come back with the news that two of the humans were planning a trip to a far-away country called Japan. Wulfric and Anica were always curious to see how the mice in other countries lived, and so they decided that someone should sneak into the luggage and travel with the humans. It was decided that Anica would go, as well as Laurina, who was counted as a little bit of an expert on travel, because she also came from another country. Ferdy had been excited, and he had begged to be allowed to come with them. But the others all thought that he was too inexperienced.
“You have escaped into freedom just four weeks ago”, Wulfric had told him. “There are still a lot of tricks you have to learn before you go out into the world, or the humans will catch you again in no time.”
Just before they left, Laurina had told Ferdy, “Don’t worry, you’ll still get to see the world. Just be a little more patient.”

Well, thought Ferdy, being patient does not seem to be one of my qualities. After Laurina and Anica had left, he had pretended to go to sleep until nobody was looking at him anymore. Then he had run after them. He hadn’t known where exactly to go, but after a few minutes he had found the luggage and climbed into one of the suitcases. Anica and Laurina were nowhere in sight, so they must have chosen a different bag.

Now he was on a plane, unsure if it had been the right decision.
He must have fallen asleep at some point, because the next thing he felt was that the suitcase was being moved around. He started feeling a little queasy from the irregular up-and-down. Then the orientation of the bag changed and he fell flat on his nose. The lid opened and Ferdy quickly hid beneath the warm cuddly sweater. The human took something out and closed the lid again, but not completely. Ferdy heard the human leave the room. That was his chance. He glanced through the gap and saw nobody, so he hopped out of the bag. Scanning the area around him he saw a big bed, two chairs and a table close to the windows, and two doors. There were also other bags, and he ran around them shouting for Anica and Laurina. No answer. If the two had been in one of the bags, they probably would have come out by now. But those were not all the bags he had seen back at the lab. With a jolt of fear Ferdy realised that the two humans probably did not stay in the same room. He had to find out where the other human was. He had planned to come here on his own, and then show himself to Anica and Laurina. Being all alone in this unknown place frightened him.
Ferdy decided to look for them in the neighbouring rooms. Maybe the humans did not stay so far apart. He slipped out under one of the doors and found himself in a long corridor with doors everywhere. This seemed vaguely familiar, he thought. In the lab there were also long corridors with a lot of doors. He tried the first one he came across, and the next, and the next. He ran in and out of rooms for hours without any luck. Maybe the humans did not even stay in the same building? Ferdy realised how little he knew about the habits of humans. How was he supposed to find Anica and Laurina now?

For a few minutes, Ferdy hid in a corner fighting back panic. Then he composed himself. He had come here for an adventure, so he would not waste all his time looking for the two mice who had not even wanted him to come. He would go out there, see this place for himself, and then go back into the suitcase and wait until the humans travelled home again.
He found the exit, waited until a human opened the big glass door and slipped out. It was very loud, with people and cars everywhere, and Ferdy almost turned around immediately. There was a little street on a corner that did not look as frightening, and Ferdy decided to take his chances.

Ferdy was finally calmer. Looking around he saw that the houses looked quite different from what he had seen around the lab. He found a large park, with a weird-looking house in the middle. The humans performed a strange kind of procedure before entering and Ferdy wondered if there was something special in there. He glanced inside but could not see anything interesting, and he was afraid of being seen, so he vanished into the grass again.
His stomach started to rumble. He had not eaten anything since he left Germany, except for a few crumbles from a sandwich of a human in the hotel.
He started looking for something eatable. There were some humans who seemed to be eating, although Ferdy was not completely sure. They were sitting on a table outside of a big house, holding bowls in their hands close to their mouths, and seemed to be shovelling food in with two sticks. It looked very different from the way the humans in the lab ate. When he got closer he smelt the food – but was not happy about it at all. It had smelled a little like that in the cafeteria a few times and Marcel had told him never to eat the cause of this smell.
“It’s fish”, he had said. “Not only is it another type of animal but it is also extremely bad for your stomach. Gulliver once tried it and was sick for almost a week!”
Ferdy wrinkled his nose and moved on.

In a different street the smell was a little better. He looked around and entered a building which looked as if food was served in there. He was disappointed again. There was only soup, a dish that seemed completely incomprehensible for him. He wanted some fresh vegetables, or a bit of nice, crusty bread!

Outside again, he was suddenly surrounded by other mice. They said something to him, but he could not understand a squeak. He tried to explain to them that he only spoke German, but they kept on talking in this weird language. Finally Ferdy tried signing with his paws. He indicated that he was very hungry, and that at least they seemed to understand. They motioned him to follow and led him to a hole beneath another building. Inside it was nice and dark, and they had scraps of fresh bread and bits of carrot. After Ferdy was full, they led him to a big bowl with funny smelling water inside. They lined up around the bowl and drank, signing Ferdy to copy them. He was reluctant to try, because of the smell, but he after they had been so friendly he did not want to seem rude, so he drank.
It tasted awful. His first instinct was to spit it out again. It burned his mouth and his throat. But the others seemed to enjoy it so much and they were looking expectantly at him, so he gulped it down and had another sip. The second try was not even that bad. Ferdy felt something warm spread in his belly, and he suddenly felt much more relaxed. He drank some more and the other mice cheered. They were all so happy. Ferdy grinned.

He woke up, but he was not sure whether he was alive or not. There seemed to be something very wrong with his head and it hurt like hell. Carefully he looked around. There were other mice lying around, snoring, but he could not remember who they were. Also, he had no idea where he was. Japan, he thought, and jumped up. He regretted the fast motion immediately. He waited until the worst pain was over, then he shuffled outside on the street. He looked left and right, and realised it was hopeless. He did not know where the hotel was. He also did not know what time it was, how long he had been with the Japanese mice, and if the humans were even still there. It was a good thing that his head hurt too much for him to feel panic.

For the next hours he wandered around aimlessly. He had already given up hope of ever getting back to the lab, when he suddenly heard a familiar voice with an Italian accent.
“Ferdy, what are you doing here?”
He looked up and saw Laurina and Anica sitting in front of a huge building.
“You look awful, what happened to you?”, Anica asked, and Ferdy was relieved to hear concern rather than anger in her voice.
He told them the entire story. At the end, Anica and Laurina took him back to the bag they had travelled in. “The humans will go back home tomorrow morning”, Laurina explained. “I’ll just go and grab us something to eat from the congress centre, and then we can wait together.”
Ferdy had never felt more save than cuddled into the luggage together with the two of them, eating and sleeping. He knew he had been stupid, but he also started to be a little proud of himself. He had experienced some strange things and he would actually make it home to tell the tale.
After they had eaten all the food Laurina had brought, he thought about the strange tasting water. Part of him was certain that he would never ever drink anything like it again, but there was also a small part that remembered the relaxed feeling this liquor had given him.

(c) 2013 Stefanie Uhrig

Ferdy’s Fight for Freedom (Part 1)

His name was actually 285, but he liked Ferdy much better. Today he was too excited to sleep. His brother, 280, had overheard that today would be their special day, the day they left. Ferdy could not understand how his brothers could just curl up in the corner of their cages and go to sleep as soon as the light turned on.

They had all heard much about “leaving”, although nothing was actually known since no-one ever returned. There were a lot of rumours, though. All Ferdy knew was, staying here meant dying at some point or the other. “Leaving” on the other hand was something different. Maybe whoever left went to a special place, where fresh food and water was around all the time, and where they could move freely for more than the few centimeters. In any case, that was one of the rumours. Of course there were the more pessimistic mice that said “leaving” just meant dying in another room, probably much more violently than the mice that died of a sickness in their cages.
Ferdy had long decided to believe in the hopeful version of a great life beyond the cage. So he stood at wall of his cage facing the door and jumped a little when it finally opened. A human came in and went straight toward Ferdy. But just before it reached him, it turned a little to the left and took the cage of 280. His brother woke from the movement of his home, and just had time to squeak a short “bye” to Ferdy before the human left the room again. Ferdy was disappointed, but he knew his turn would come. And he was right. The next time the human appeared, it took Ferdy’s cage, and Ferdy ran a few laps out of pure happiness. He had left the room before, for brief periods of time, but he had never gone further than the corridor. This time he did. The human carried him all the way up a staircase to the next floor, where it opened another door to a corridor. Ferdy could smell that here more humans walked around, and less mice, although the smell of mice was still strong. And there was another smell. Ferdy sniffed and wrinkled his nose – it was the smell of rats. He started to get a bad feeling about this place and regretted a little how much he had been waiting for this moment. Then the human entered another room, and Ferdy froze. The air was thick with the smell of blood, and in a white plastic bag he saw a shape that suspiciously looked like 280, lying there motionless. Another look around offered little consolidation. On a table stood a strange apparatus. Ferdy did not understand what it was supposed to do, but it had a very long needle, and this frightened him.
The human was walking around in the room and Ferdy realized that he had to escape, quickly. The problem was, he knew his cage from bottom to top, and there was no exit. Maybe he could jump out when the human opened the lid to take him out. He just decided this was the best plan when the human turned to him again.

It all happened too fast. Ferdy did not even get the chance to jump. The human took him in its hand and with the other held a small box. It would try to get him trapped in there, Ferdy was sure of it. In his desperation he did something his mother had told him never to do: he bit the human in the finger. The human made a sound that was more surprised than hurt, but it let Ferdy go. He managed to land on his paws and quickly ran toward the door. It was closed, though, so he had to look around for an alternative. He decided that hiding under a cabinet would be safest for now. The human cursed and seconds later Ferdy saw the big face appear at the narrow slit between the cabinet and the floor. He knew that this was not a long-term solution, and luck was on his side. The door opened and another human came inside without closing it again. The first human shouted something, but Ferdy didn’t stop to listen. He raced toward the door, zigzagged between the legs of the second human, and was on the corridor. The humans were not far behind him now and Ferdy was already breathing hard. During his days living in his little cage he had not done any exercises, he had never thought he would actually need it. He slipped under a cart that pushed in the other direction by another human, and his persecutors were distracted for a second, long enough for him to hide behind a bin. He was now close to the door leading to the staircase, and from there it was just a short way toward freedom.
He did not have to wait for long until the next door opened, and then it was so easy. Half an hour later, Ferdy stood outside, feeling the fresh air on his whiskers for the first time.
He looked around, feeling excited. Where to next? His enthusiasm was dampened a little when he realized that he was hungry and had nowhere to go. He started walking, hoping for a sign of some sorts. He did not find anything. There were some big containers that smelled like old food. It might have been all right with Ferdy, but in one of the containers he spotted a big rat looting through the garbage pile, and he decided against joining him. In the end he just found a little hidden place on the wall of the building and settled down to sleep a little. Maybe everything would look better in the night.

Ferdy woke when he felt someone sniffing at him. He squeaked anxiously, too afraid to move.
“Hello there”, he heard a voice behind him. It sounded friendly, so he slowly turned his head. A female mouse stood there, grinning at him.
“Where did you come from?”, she asked. He indicated the building with a nod of his head, still too timid to answer. The mouse laughed. “So you are one that escaped. Great! You want to join us? We’re a bunch of mice who live in the building.” For the first time, Ferdy noticed her accent.
“You are not from around here, are you?”, he asked, feeling stupid because he should have been asking completely different questions. The mouse laughed again. She was really very friendly. “No, I’m from an Italian lab, but I came here two months ago. I also escaped and found the others.”
Ferdy started to warm up a bit.
“So you’re saying I could join you?”, he asked hopefully. “I just got out today, and I really don’t know where to go or what to do.”
“Sure, no problem. Come, I’ll introduce you to everyone. I’m Laurina, by the way.”
He followed her along the wall of the building and through a small opening inside. It was a strange thought, going back in there after he had just escaped. He told himself that at the first sign of humans he would just turn around and run again.
They got to a wide space. There were some mice sitting around, reading something, others were playing a game. Ferdy grinned.

The next hours were spent talking to everyone, getting to know his new family. When he curled up in a cosy corner to finally get some nice rest, he tried to remember all the names.
There were Anica and Wulfric, who founded this little colony. They had escaped almost a year ago and then, one by one, helped other mice. Then there were Gulliver and Marcel, together with Wulfric the only males in the group.
Ferdy was still a bit confused by the girls. He could of course distinguish Laurina, after all she had saved him, but there were two mice he could not keep apart from one another. Their names were Nadine and Sophie, and they did not even look that similar, but somehow they blended into each other in his mind.
Nina was easier to remember, although she seemed quite shy. Still, Ferdy had liked her from the first moment on.
There were two other mice, Marina and Susan. They would not be around in the next time, though. They had decided to go out and explore the world a bit, but they would come back and Ferdy was looking forward to that as well.
The last member of the family, Sally, was not there at the moment, but would be back soon.
Ferdy breathed deeply and smiled. He felt at home already, and he was curious how his new life would turn out.

(c) 2013 Stefanie Uhrig